Unsere Baustandards: Passivhaus und Niedrigstenergiehaus

Heutzutage sollte die Passivbauweise Standard sein, ja sogar das Nullenergiehaus ist schon Realität.

In diesem Sinne begrüße ich die EU-Gebäuderichtlinie, die vorschreibt, dass wir bis 2020 nur mehr "Nearly zero energy"-Gebäude bauen dürfen, also Häuser, die nahezu keine Heizenergie mehr benötigen.

Österreich ist darin bereits weltweit führend, kein Land baut so viele Passivhäuser wie wir.

- Bausachverständiger Günther Nussbaum-Sekora in seinem Buch: "(K)ein Pfusch am Bau"

Man versteht unter dem Begriff Passivhaus in der Regel ein Gebäude mit einer Lüftungsanlage, welches aufgrund seiner guten Wärmedämmung sowohl im Winter als auch im Sommer keine klassische Heizung benötigt.

Diese Häuser werden „passiv“ genannt, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen gedeckt wird, wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen oder Geräten.

Das Ergebnis ist ein positives Raumklima, gekoppelt mit einem niedrigen Energieverbrauch.

In einem Passivhaus ist allein durch die "passive" Nutzung der vorhandenen Sonnenenergie und internen Wärme (Personen und Geräte), ein behagliches Innenklima gewährleistet.

Dies erreicht man, indem der Heizwärmebedarf nicht über 10 kWh/m² pro Jahr (laut anderen Quellen nicht über 15 kWh/m²) liegt, was, verglichen mit dem Treibstoffverbrauch eines Autos, nur einem Liter pro 100 km entspricht.

Der Restwärmebedarf wird z.B. mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe gedeckt.

Passivhäuser brauchen etwa 80-90% weniger Heizenergie als Neubauten nach den derzeitigen österreichischen Bauordnungen.

Eines der Grundprinzipien des Passivhauses ist die Verlustminimierung:

Die durchschnittlichen Dämmstärken der Außenwände betragen 20-30 cm, im Dach 35-40 cm und im Fußboden rund 25 cm.

Ebenso wichtig wie ein optimaler Wärmeschutz ist eine wärmebrückenfreie* Ausführung.

Ein Niedrigstenergiehaus funktioniert nach demselben Prinzip, nur liegt der Heizwärmebedarf hier zwischen 11 und 25 kWh/m² pro Jahr.

Diagramm Vergleich Heizwärmebedarf von Wohngebäuden verschiedener Bauweisen

Die Vorteile für Sie:

1. Einsparung von 80-90 % der gesamten Energiekosten:

Dank der leckfreien Bauweise, der Vollwärmeschutzfassade, sowie der 3-fach verglasten Fenster benötigt man vergleichsweise nur sehr wenig Energie, um ein behagliches Raumklima zu schaffen.

Man heizt, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht "zum Fenster hinaus". Auch geht keine Wärmeenergie durch undichte Wände verloren.

So würde zum Beispiel die Energie von nur 40 Teelichtern ausreichen um ein ganzes Passiv-Einfamilienhaus zu beheizen.

Wärmepumpen und Solaranlagen benötigen nur Elektrizität um zu funktionieren.

Dies bewirkt eine vollkommene Unabhängigkeit von Gas, Öl und anderen Brennstoffen.

Fernwärme, wie sie z.B. bei unserem Projekt in Mödling zum Einsatz kommt, ist ähnlich effizient.

In unserem aktuellesten Projekt in Vösendorf errichten wir eine Heizung mit CO2-neutralen Holzpellets, die wiederum ihren eigenen Katalog an Vorteilen aufweist.

2. Behaglichkeit

Der geringe Energieverbrauch führt keineswegs zu Komfortverlusten. Ganz im Gegenteil: Durch die hochwärmedämmende Hülle gehört ein Kälteempfinden in der Nähe der Außenwände und Fenster der Vergangenheit an.

Bewohner von Passivhäusern bzw. Niedrigstenergiehäusern berichten, dass die Wände, wie ein großer Kachelofen, angenehm warm "strahlen".

Altbau:                                                        Passivhaus:

Diagramm Vergleich Abstrahlung von Wänden beim Altbau zum Passivhaus

(Quelle Visualisierung: www.passivhauskampagne.at)

Die Visualisierung zeigt den Vergleich der Behaglichkeit von einem Altbau zu einem Passivhaus. Bei der gleichen Lufttemperatur (22°C) strahlen im Altbau die Wände und Fenster deutlich Kälte ab, was die Behaglichkeit auf jeden Fall beeinträchtigt.

Im Sommer gilt das Prinzip umgekehrt: Was im Winter die Kälte draußen hält, hält im Sommer entsprechend die Hitze draußen.

Wenn man tagsüber sowohl die elektrischen Außenjalousien als auch die Fenster geschlossen hält, behält man sich auch bei großer Hitze ein vergleichbar angenehmes Raumklima - und das ohne Klimaanlage.

3. Verbesserung der Wohnqualität durch geregelte Frischluftzufuhr mittels kontrollierter Wohnraumlüftung:

In einem Passivhaus erfahren Sie eine Reduktion der Belastungen durch Lärm, Staub, Pollen, Ruß etc., da Sie, dank der kontrollierten Wohnraumlüftung, nicht vom Öffnen der Fenster für Frischluftzufuhr abhängig sind.

Die Fenster können natürlich ganz normal geöffnet werden, jedoch ist dies manchmal nicht unbedingt erwünscht, wie in der Nacht oder bei Lärm- oder anderen Umweltbelastungen.

Beim aktuellen Bauprojekt Vösendorf (Niedrigstenergiehaus) wird auf eine kontrollierte Wohnraumlüftung verzichtet.

4. Kosten:

Die Mehrkosten der Passiv-/Niedrigstenergiebauweise liegen bei ca. 10-15 % im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen.

In Niederösterreich wird dies durch gute Wohnbauförderung und natürlich durch die Energieeinsparung kompensiert.

5. Beheizung durch Wärmepumpe, Holzpelletkessel oder Fernwärme:

Neben der ausgezeichneten Wärmedämmung, spielt die Wärmepumpe eine tragende Rolle zur Verwirklichung aller Vorteile eines Passivhauses.

Wärmepumpen entziehen der Umgebung Wärme, die zum Heizen und Warmwasserbereiten genutzt werden kann. Die Wärme wird in einem geschlossenen Kreislauf von einem Energieträgermedium (Gas oder Flüssigkeit) transportiert. Im Prinzip funktioniert die Wärmepumpe wie ein Kühlschrank, der den Lebensmitteln im Inneren Wärme entzieht und sie dann auf seiner Rückseite wieder an den Raum abgibt.

Da Wärmepumpen natürliche Umweltwärme nutzen, zählen sie zu den erneuerbaren Energiequellen.

Drei Viertel der zum Heizen und Warmwasserbereiten benötigten Energie entzieht die Wärmepumpe der Umwelt (gespeicherte Sonnenwärme in Erdreich, Wasser und Luft).

Der Rest wird durch elektrische Energie bereitgestellt.

Aber auch Fernwärme und Holzpellets ermöglichen eine nachhaltige, energieeffiziente und klimaschonende Wärmeversorgung.

6. Langfristige Zufriedenheit:

Beim Passivhaus- oder Niedrigstenergiehaus-Standard werden Baumängel weitgehenst ausgeschlossen.

Bei diesen Bauweisen muss nämlich ein Luftdichtetest ("Blower Door Test") bestanden werden, welcher natürlich bei Lecks in der Gebäudehülle nicht funktionieren würde.

Auch ist so die Gefahr von Schimmelbefall minimiert, da keine Feuchtigkeit durch die Mauern dringen kann und dank der kontrollierten Wohnraumlüftung die Luftfeuchtigkeit auf einem idealen Niveau gehalten wird.

Die von uns verwendeten hochwertigen Kunststoff-Alu Fenster mit dreifacher Verglasung sind eigentlich unverwüstlich.

Die Gefahr der Vergilbung des Kunststoffes besteht nicht, da die Sonne nur auf die Alu-Teile trifft.

Die Haussubstanz (die tragenden Bauteile) ist praktisch nicht kaputt zu kriegen. Die massiven Betondecken, die mit Beton ausgegossenen Ziegelwände, sie alle tragen ihren Teil dazu bei.

Die Lebensdauer von Gebäuden mit den obengenannten Baustandards ist somit wesentlich länger als bei herkömmlicher Bauweise.

 

* Eine Wärmebrücke (oft umgangssprachlich als Kältebrücke bezeichnet) ist ein Bereich in Bauteilen eines Gebäudes, durch den die Wärme schneller nach außen transportiert wird als durch die angrenzenden Bauteile. - Quelle: Wikipedia

Stichwort: „Nachhaltigkeit"

Nachhaltigkeit ist jede Entwicklung, welche die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. - Quelle: "Brundtland-Bericht", 1987

Herkunft und Bedeutung:

Leider ist der Begriff "Nachhaltigkeit" mittlerweile zur Worthülse verkommen.

Im ursprünglichen Wortsinn („längere Zeit anhaltende Wirkung") und im übertragenen, ursprünglich forstwirtschaftlichen Sinn („forstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann"), stammt das Wort von „nachhalten" in der Bedeutung von „längere Zeit andauern oder bleiben".

Im modernen Sinn kommt der Gedanke hinzu, dass etwas, auch in anderen Bereichen als der Forstwirtschaft, andauern, bleiben, nachwirken oder haltbar sein kann oder soll - noch lange, nachdem es gebaut oder in Bewegung gesetzt wurde.

Gegenüber Häusern aus Stroh, die der Wind jedes Jahr wegweht, sind Häuser aus Stein, die lange bestehen, also nachhaltig .

Unter Häusern aus Stein sind diejenigen nachhaltiger, die bei gleichen Wartungskosten z.B. der Witterung dauerhaft besser trotzen und dadurch länger nutzbar bleiben als die anderen.

Im Falle einer nomadischen Lebensweise ist womöglich das Zelt oder ein Wohnwagen nachhaltiger als ein Haus, das man ja nicht mitnehmen kann. Außerdem bieten hier das Zelt und der Wohnwagen eine flexible Erreichbarkeit der eigenen benötigten Ressourcen.

Die Nachhaltigkeit bezieht sich somit zwangsläufig auch auf die Wartungs- und Energiekosten, bzw. auf die durchschnittliche jährliche Wirtschaftlichkeit.

Eigenheime der Firma Passivhaus – Das neue Wohnen, die mit Umweltenergie1 betrieben2 werden und durch eine wärmebrückenfreie, fugenlose und massive Gebäudehülle3 dauerhaft Wind, Wetter, Kälte und Hitze trotzen, sind somit um Jahrzehnte dauerhafter, sprich nachhaltiger, als herkömmliche Häuser.

Noch dazu schonen sie, durch den sehr geringen Energiebedarf, nachhaltig die Umwelt und die Geldbörse des Bewohners.

1(Sonneneinstrahlung über große Glasflächen, Energiegewinnung über Wärmetauscher, Bio-Fernwärme)

2(beheizt und belüftet)

3(mit hoher Wärmespeicherfähigkeit und Behaglichkeit)

Weitere interessante Informationen:

>> Über Passivhäuser

>> Video: Wie funktioniert ein Passivhaus - von oekozentrum.at

>> Video: Wie funktioniert ein Passivhaus? - von ecolearn.de

>> Benutzerhandbuch für Passivhaus (PDF)

>> Broschüre zur NÖ-Wohnbauförderung

 

Zusätzliche Informationen